San Pedro de Atacama – von Ingrid

Er schreibt und schreibt….
und ich? Denke nachts an alles, was ich mal aufschreiben möchte. Zum Beispiel:

– Ein wenig Statistik: wir sind derzeit im vierten Land unserer Reise (Chile), in der dritten Zeitzone.
– Die Umrechnung der Währung wird immer komplizierter: in Ecuador Dollar, das war einfach. In Peru musste man ca. durch drei teilen, in Bolivien durch sieben. Hier in Chile rechnen wir nicht mehr, aber wir haben verstanden, dass eine Mahlzeit für 3000 Pesos relativ günstig ist und ein Menü für 10 000 pro Person offenbar am oberen Ende der Preisskala liegt.
– Der menschliche Körper ist ein Wunderwerk. Gestern zum Beispiel waren wir in der höchstgelegenen Unterkunft auf dieser Reise, auf 4600 Metern Höhe, und sind dann noch bis auf 4900 Meter gefahren. Eisige Temperaturen, ein starker Wind, der einen fast umweht, und doch springt man immer wieder aus dem Wagen, atemlos, um die Dinge aus der Nähe zu betrachten, anzufassen etc.. Eine Stunde später waren wir über 2000 Meter tiefer, bei 28 Grad Wärme, fast versucht, in den Pool zu springen (der aber zu kalt war). Bis jetzt macht das Wunderwerk alles mit, zeigt lediglich leichte Schwächen in Form von größerer Müdigkeit und dem Bedürfnis nach Nichtstun. Was heute befriedigt wurde.
– Das Essen ist immer wieder eine Herausforderung. Wie ernähren wir uns? Wenn wir nicht gerade mal krank sind, versuchen wir, zumindest zweimal am Tag eine Mahlzeit zu uns zu nehmen. Das Frühstück ist oft im Hotel mit dabei, und wenn es nicht wieder mal mitten in der Nacht eingenommen werden muss, kann man sich ausreichend versorgen, um etliche Stunden gesättigt zu sein. Am Abend findet sich irgendein Restaurant (dazu noch später mehr), das neben einer Mahlzeit vielleicht auch noch einen leckeren Cocktail oder ein Glas Rotwein serviert. Das bedeutet auch, dass Mittags eher improvisiert wird: eine Banane, Kekse, oder eben auch mal nichts. Und natürlich viel Wasser. Kein Grund zur Klage, der Hosenbund zeigt sich großzügig. Ein einziges Mal hatte ich Gelegenheit, mich zu wiegen. Ha, drei Kilo weniger als zu Hause! Aber leider zu früh gefreut. In Äquatornähe soll man leichter sein als in höheren Breiten, wegen der unterschiedlichen Erdanziehungskraft.
– Die Qualität der Restaurants bzw. des Essens: von hervorragend zu entsprechenden Preisen (besonders in Ecuador) bis zur panierten Schuhsohle war eigentlich alles dabei. Man kann sich in Südamerika sehr günstig verpflegen, aber dann muss man mit in altem Öl ausgebackenen Teilen rechnen. Gar nicht lecker.
– Nun noch etwas zur Reiseroute: Hinter uns liegen zehn Tage Bolivien, nach unserem Eindruck das ärmste Land bisher. Erste Station war Copacabana am Titicacasee. Eine Backpacker-Oase. Wir waren im verrücktesten Hotel vor Ort und vielleicht während unserer gesamten Reise: „Las Olas“ -Danke für den Tipp, Birgit! Unsere Behausung war eine Art zweistöckiger Iglu, kreisrundes Bett von über 2 Metern Durchmesser, und das alles mit Blick auf den See. Hier haben wir einen schönen Abend mit Lisa und Chrischi verbracht, unsere Routen hatten sich mehrfach gekreuzt, und sowas muss gefeiert werden.
– La Paz hat uns erst auf den zweiten Blick gefallen. Die Ankunft (im Bus) führte uns zunächst kilometerlang durch El Alto, früher zu La Paz gehörig, mehr als 800 000 Einwohner, in halbfertigen Häusern und mit unbefestigten Straßen. Das alles auf dem Altiplano, staubig und kalt, da ça. 4000 Meter hoch gelegen. Ein Alptraum. Später haben wir dann doch noch einige nette Ecken entdeckt, aber die Stadt mit ihren extrem steilen Straßen in großer Höhe verlangt einem viel ab.
– Einige Tage später standen wir dann nach einem kurzen Flug auf der Hauptstraße von Uyuni, am Salzsee gelegen, staubig und wenig beeindruckend. Und siehe da: auch hier gab es ein schnuckeliges, kleines Hotel, 4 Zimmer, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben. Von hier aus startete unsere 3-Tages-Tour durch und rund um den größten Salzsee der Erde. Unbeschreiblich schön, anstrengend, unvergesslich. Schaut euch die Videos an!
– Die Grenze zwischen Bolivien und Chile war eine Hütte mit einem bolivianischen Beamten, der uns den Ausreisestempel verpasste. Von den Chilenen vor Ort keine Spur, nur ein Schild „Republik Chile“. Die Grenzbeamten warten im 40 km entfernten San Pedro de Atacama, wo man sich gefälligst zu präsentieren und den Zoll zu passieren hat. Hier sind wir nun, immer noch in der Wüste, aber eben warm, heute zudem recht windig, ruhig. Ein netter Zwischenhalt, bevor es morgen 10 Stunden mit dem Bus nach Argentinien weitergeht.

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