P A U S E …

Eigentlich….
sollte dieser Text heißen: „Zurück aus Kaktus-Land“
Das wäre vor zwei Wochen gewesen.
Jetzt nenne ich ihn „Pause“, denn das trifft es viel besser. Die habe ich gemacht, und in dieser befinden wir uns jetzt.

Aber chronologisch: das Kaktus-Land ist für mich die nord-westliche Ecke von Argentinien, die wir von Salta aus erkundet haben.
Salta, der erste Anlaufpunkt in Argentinien, hat uns mit seinem milden Klima und kleinstädtischem Charme fasziniert. Schöne Unterkünfte, gute Restaurants, ein zentraler Platz an dem man stundenlang unter violett blühenden Jacaranda-Bäumen sitzen kann. All das war nach dem anstrengenden La Paz, dem wüstenhaften San Pedro de Atacama (kurzer Hop nach Chile aus verkehrstechnischen Gründen) und der langen Busfahrt mit Panne ein kleines Paradies.

Von dort aus sind wir dann noch weiter nach Norden zu den bunten Bergen von Purmamarca aufgebrochen. Wieder mal in einer ziemlich alten Mietwagen-Rappelkiste, die uns aber treu über Stock und Stein durch atemberaubende Landschaften mit ganzen Armeen von Kakteen (das reimt sich ja..), mannshoch, zum Teil mehrere hundert Jahre alt, transportiert hat. Gut, die Wellblechpisten, engen Bergpässe, zu durchquerenden Flüsschen (!) hatte uns unsere Karte und der Reiseführer für die anschließende 7-Stunden-Fahrt nach Cachi nicht angekündigt. Auch nicht die im Kofferraum völlig zugestaubten Rucksäcke, Sandkörnchen zwischen den Zähnen, in den Haaren, und natürlich in der Lüftung des Autos – Überraschung, wir wollten nur ein wenig Kühlung!

Wie reagiert der Körper darauf? Trotz vielem Trinken legt er sich an den unmöglichsten Stellen in deutliche Falten, und selbst die Handinnenflächen trocknen völlig aus. Die Haare stehen elektrisiert zu Berge, das Haaröl hilft in diesem Fall nicht wirklich. Dafür freuen sich die Hände unglaublich darüber. Multifunktion.
Das Abendessen in Cachi (qualitativ eines der besten dieser Reise) haben wir mit viel Rotwein runtergespült. Na klar, Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden, und immer Wasser ist langweilig.

Halt, natürlich nicht. Richtig spannend wurde es am Ort, an dem man unglaublich viel Wasser auf einmal sieht. Das war natürlich Iguazu, nach einem Flug in den nordöstlichen Zipfel Argentiniens. Ob dieser Wassermassen, die auf ca. vier Kilometern Länge in über 200 Kaskaden in die Tiefe donnern, bleibt einem die Sprache weg. Braucht man aber sowieso nicht, die unglaubliche Geräuschkulisse verhindert an vielen Stellen die normale Kommunikation. Wir haben uns dieses Wunder sowohl von der brasilianischen als auch der argentinischen Seite aus jeweils einen Tag lang angeschaut, sind auf beiden Seiten schön nass geworden. img_2975

img_2976Der Anorak als Regenschutz hat sich bewährt.

Und jetzt zurück zur Pause. Seit einer Woche bewohnen wir ein schönes Appartement in Buenos Aires, im Stadtteil Palermo Hollywood. Heißt wirklich so! Hier sollen Film und Fernsehen angesiedelt sein, deshalb. Ist offenbar ausgesprochen angesagt, was auch die Preise der vielen Restaurants und Cafés zeigen, die nach unserem Eindruck ca. ein Drittel teurer sind als in der Provinz und offenbar auch anderen Vierteln der Stadt. Da wir hier selbst kochen können (WIR ist ein großes Wort, ihr wisst schon, wer den Kochlöffel schwingt!), trifft das unser Portemonnaie nicht wirklich. Und das Viertel ist wirklich schön, grün und lebendig.
Wir haben schon mehrere Stadtteile besichtigt, fahren munter mit Stadtbussen durch die Gegend (wenn sie denn kommen) und laufen natürlich wieder kilometerlang durch spannende Viertel mit großer Vielfalt.
Wir bleiben hier noch zwei Wochen, ruhen uns aus, hängen auch einfach nur mal ab und chillen. Das ist schön und tut uns gut.

2 comments on “P A U S E …

  • Liebe Ingrid, lieber Philippe,
    ich freue mich, dass euch Buenos Aires bisher so gut gefällt. Neben Hochhäusern, verkehrsreichen Straßen und viel Lärm gibt es eben auch die schönen Viertel wie San Telmo mit den pittoresken Häusern und den witzigen Figuren. Meine Lehrbuchtexte und andere Materialien, die ich über Argentinien bzw. Buenos Aires habe, werden durch eure Fotos und Kommentare für mich ganz lebendig und ich freue mich jeden Tag aufs Neue über Nachrichten aus dem fernen Kontinent.
    Übrigens: Wenn ihr schon in Buenos Aires seid, dann müßt ihr eigentlich doch auch mal Tango tanzen gehen. Ich warte auf die entsprechenden Fotos….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.