Nach vier Monaten

Zeit, zurück zu schauen.
Seit einem halben Jahr im Ruhestand, seit vier Monaten unterwegs. Wir fragen uns ab und zu, ob wir uns in 2016 verändert haben.
Ja,
– wir sind gelassener geworden und könnten jetzt auf dieser Reise (und vermutlich auch zu Hause) noch viel mehr improvisieren und weniger planen als bisher. Unsere sorgfältigen Vorüberlegungen setzen uns auch Grenzen, die wir eigentlich nicht brauchen.
– Wir merken langsam, dass wir die zeitlichen Möglichkeiten haben, Dinge unerledigt zu lassen bis zu dem Punkt, an dem es wirklich sein muss, sich darum zu kümmern. Das ist ungewohnt, aber nimmt Stress von den Schultern.
– Wir können uns in den unterschiedlichsten Unterkünften sehr wohl fühlen. Bei den -zig Quartieren auf der Reise war vom Backpacker-Hostel über die Doppelstock-Koje und den Schlafsessel im Überlandbus bis zur Luxusherberge alles dabei. Schön ist immer eine warme Dusche und eine möglichst ruhige Nacht, der Rest (Kuschelbetten, Kaffeemaschine im Zimmer, privater Whirlpool-Pool…. – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt) ist immer gern gesehene Beigabe.
– Wir sind jetzt geübte Rucksackpacker und haben schon einiges über Bord geworfen, das sich als überflüssig herausgestellt hat. Mein bisher bestes Ergebnis: 15 Kilo, vier weniger als beim Start. Und das wird noch besser!
– Wir haben verstanden, dass wir definitiv nicht die großen Weltreisenden sind, für die wir uns zeitweise gehalten haben. Unsere Tour ist eher mittellang und nichts im Vergleich zu denen anderer Weltenbummler, die ein, zwei, drei oder auch 14 Jahre unterwegs waren oder sind. Und bitteschön: nicht mit dem Flieger, sondern zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Motorrad, mit dem Segelboot, mit dem Bus.
– Wir haben uns zu Wanderern entwickelt und die Freude am Laufen entdeckt. Die vielen gut beschilderten Wege (und manche Abwege) reizen uns, so dass wir inzwischen locker unsere 8 bis 10 Kilometer abreißen, gerne auch jeden Tag und mit ordentlichen Steigungen oder kleinen Bachdurchquerungen. Einzig Philippes wenig stabile Fußgelenke setzen uns hier zeitweise Grenzen.
– Wir haben erkannt, wie schön es ist von unseren Freunden auf dieser Reise begleitet zu werden. Ein kleiner Kommentar, eine kurze Mail, ab und zu vielleicht ein Telefonkontakt zeigen uns, dass sich viele mit uns freuen können und wünschen, dass wir wohlbehalten wieder in Hildesheim eintrudeln. Wir geben unser Bestes!
Und nein,
– wir bleiben uns treu. Jeder behält seine grundlegenden Macken und kultiviert sie sorgfältig (wird hier nicht weiter ausgeführt).
– Wir brennen immer noch darauf, noch mehr von der Welt zu sehen. Also macht euch gefasst darauf, dass dieses vielleicht nicht die letzte Tour dieser Art ist, wenn nach den diversen Umbauplänen in Hildesheim (wir brauchen keine Arbeitszimmer mehr, juhu!) noch etwas in der Kasse ist. Ideen haben wir schon mehrere, Träume ohne Ende….

Frohes neues Jahr
Ingrid

2 comments on “Nach vier Monaten

  • Salut les voisins du bout du monde ! Une très belle année à tous deux – qui a bien commencé d’ailleurs, au vu de votre blog ! Vous quittez le Sud du Chili après l’immensité de la Patagonie, alors bonne arrivée à Santiago (que je n’aime guère, personnellement). Si vous avez le temps, faites un tour à Valparaiso pour découvrir le cerro Bellavista, le museo a ciel abierto, prendre l’ascenceur El Peral et profiter de la vue depuis le museo yugoslavo sur la rade…
    Bonne suite à tous les deux !

  • Toi aussi une bonne Année ! Après les trois semaines dans le Sud, nous prenons ce soir le Bus de nuit de Osorno à Santiago.
    Ravis, car malgré la beauté des paysages et les belles promenades nous commencions à trouver le temps long. Nous serons aussi 6 jours à Valparaiso.

    Nos dernières photos: http://www.findpenguins.com/philingbb

    Bisous

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