Buenos Aires nach fast 3 Wochen

Was machen die bloß drei Wochen in Buenos Aires?

Na gut, wer mehr oder weniger regelmäßig auf unsere Blogs schaut, kennt vielleicht schon die Antwort. Für alle anderen versuche ich mal eine kleine Zusammenfassung.

Eindrücke aus dieser Stadt, ganz subjektiv und völlig ungeordnet:

Buenos Aires ist

  • ein Blütenmeer von violetten Jacarandabäumen, die in den vielzähligen Parks und an den großen Boulevards stehen. Im Moment bescheren Sie uns außerdem „lila Schnee“, die Blüten rieseln langsam zu Boden und bilden einen farbigen Teppich.
  • an einigen Stellen ein totales Verkehrschaos, da an vielen Stellen gebaut wird und sich sehr breite Straßen plötzlich auf eine Spur verengen. Die vielen Busse, die hier unterwegs sind (die Metro mit ihren drei Linien, die alle auf einen Punkt hinlaufen, bedient längst nicht alle Bedürfnisse), rasen auf den Engpass zu und verkeilen sich dann im Abstand von wenigen Zentimetern. Alles steht. Der Buspassagier hat Angst, staunt und schwitzt. Schließlich wird alles gut, also wieder Vollgas bis zum nächsten Stopp.
  • ein Einkaufsparadies. Hier gibts (fast) alles. Aber versuch mal, Haarspray in einem der riesigen Drogeriemärkte zu finden! Nix da! Die Argentinierinnen brauchen so etwas offenbar nicht, obwohl die Damen hier im Gegensatz zum Rest des Landes schon häufiger mal Kurzhaarschnitte haben. Tradition ist lang und offen.
  • tatsächlich die Tango-Hochburg, und nicht nur für Touristen. Es gibt eine Tango-Universität und unzählige Orte, an denen rein zum Vergnügen der hiesigen Bewohner getanzt wird. Touris kommen da eher selten vorbei, wir hatten das Glück, zu einer solchen Veranstaltung mitgenommen zu werden. Dank an Wolfgang und Alejandra! Auf der einstündigen abendlichen Busfahrt zum Ort des Geschehens bekamen wir außerdem ausführliche Informationen über Tango und das Leben in BA im allgemeinen. Selten so viel in öffentlichen Verkehrsmitteln gelernt!
  • eine böse Falle für Geh-oder Sehbehinderte, die sich auf den Bürgersteigen vorwärts bewegen wollen. Die Trottoirs sind eine reine Katastrophe. Tiefe Löcher, lose Platten…überall. Wir jonglieren durch das Chaos, regen uns nicht mehr darüber auf.
  • multikulturell und weltoffen, bunt gemischt. In einigen Vierteln sieht man eine bestimmte Dominanz, doch die Passanten kommen aus allen Gruppen und Schichten. Das Einwanderungsmuseum gibt dazu am historischen Ort ausführliche Hintergrunderklärungen. Faszinierend.
  • böse Falle Nummer 2: für alle, die ihre Linie pflegen wollen, gibts zwei Optionen. Erstens: wenn du zunehmen möchtest, gehst du jeden Tag in eine der fantastischen Heladerias und kaufst die übliche Mindestmenge von einem Viertelkilo. Die Kreationen sind unglaublich, der Geschmack zum Reinsetzen gut. Zweitens: wenn nicht…Augen zu und vorbei! Geht aber nicht immer, wegen der gefährlichen Bürgersteige, s.o..
  • eine Stadt voller kultureller Highlights. Tolle Museen, spannende Architektur, alt und ganz modern, Konzerte und Sonstige Veranstaltungen. Von letzteren haben wir allerdings nicht profitieren können, da wir nach vielen unserer Monster-Tagestouren meistens nur noch froh sind, wieder „zu Hause“ zu sein. Da freuen wir uns dann auf das Glas Rotwein oder auch auf den Sonntags-Tatort, den wir am Dienstag, Mittwoch oder sonst wann kucken.
  • auch auf Grund der vielen noch nicht gesehenen Dinge für uns derzeit die Stadt, in der wir gerne noch länger bleiben würden. Wir haben zwar schon moderat verlängert, aber bald muss es sein. Wir möchten noch mehr von diesem riesigen Land sehen, und werden uns deshalb in der kommenden Woche auf den Weg nach Süden, in Richtung Kälte, machen. 20 Stunden Busfahrt, diesmal hoffentlich ohne Panne.

Es gäbe noch so viel mehr zu berichten, aber wir müssen bald los, da wir zum Essen verabredet sind. Was für ein Freizeit-Stress. Wer sagte noch, dass es Rentner immer eilig haben?

Ingrid Bressler

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