2. Woche – Ecuador

Die zweite Woche…

…war eisekalt und atem(be)raubend. Beides bedingt durch die Landschaften und Höhen, durch die unsere Reiseroute uns geführt hat.

Aber von Anfang an: seit einer guten Woche sind wir mit einer kleinen Miet-Klapperkiste auf Ecuadors nicht immer prächtigen Straßen unterwegs. Wenn dann noch heftige Regengüsse und Hagelschauer dazu kommen, kann es schon mal passieren, dass man im Matsch stecken bleibt und durch Sturzbäche auf den Straßen fahren muss, ohne zu wissen, ob da nicht auch noch ein riesiges Schlagloch ist oder gar ein Teil der Straße weggefegt wurde. Gut, wir haben es überstanden, und Philippe ist ein sehr guter Fahrer, der (fast immer) die Ruhe behält.

Wir waren auf der „Straße der Vulkane“ unterwegs, immer in Höhen zwischen 3000 und bis zu 4400 Metern. Grandiose Landschaften, schneebedeckte Gipfel, kilometerweite Blicke über tiefe Täler, Kurven ohne Ende, vulkanische Mondlandschaften nahezu ohne Vegetation, und …Lamas! So puschelig und obercool kauen sie die spärlich wachsenden Grashälmchen und sehen dabei gut genährt und gut und schön warm verpackt aus.

Unsere Wärme kam teilweise von den in den Hotels ausgeteilten Wärmflaschen (!), die wir sehr zu schätzen wussten. Einige Tage habe ich meine für Feuerland angeschafften Kleidungsstücke in mehreren Lagen übereinander getragen. Es heißt, dass es für hiesige Verhältnisse ausgesprochen schlechtes Wetter war. Na ja, wir hätten gern darauf verzichtet.

Die Höhe machte sich bei mir bemerkbar dadurch, dass ich plötzlich zum Beispiel schon beim Schuhe-Anziehen außer Atem kam, wenig Appetit und immer leichte Kopfschmerzen hatte. Wir haben alles versucht: literweise Coca-Tee, Coca-Bonbons bis zum Abwinken, homöopathische Kügelchen, die wir vorsichtshalber schon aus Europa mitgebracht hatten. Half alles nix. Bis mir dann ein freundlicher Mensch riet, doch einfach eine Kopfschmerztablette einzuwerfen. Das wars! Und wenn die Luft mal wieder knapp ist: einfach einen Gang runter schalten und die Dinge ganz in Ruhe angehen. Können wir ja jetzt, wir Rentner!

Einen Vorteil hatte die Kälte: in den Haciendas und Berghütten rückt man am Kamin zusammen und kann ganz interessante Menschen kennenlernen. Neben den Urlaubern, die wenige Wochen im Land verbringen, gibt es diejenigen, die sich seit Monaten in Südamerika aufhalten. In der Regel eher Alleinreisende, auch junge Frauen, mit wenig Gepäck und viel Neugier auf fremde Kulturen. Oder auch den 72 jährigen Bergsteiger aus Göttingen, der sich mit einer kleinen Gruppe zur Besteigung des Chimborazo (6310 Meter) nach Ecuador begeben hat. Als wir dort waren, trainierten sie mehrmals hintereinander zunächst den Aufstieg auf 5000 Meter, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Abmarsch: 4 Uhr morgens. DANKE! Aber bewundernswert.

Derzeit sind wir für einige Tage in Cuenca, genießen das turbulente Stadtleben und die Tatsache, dass es hier auch mal wieder Internet gibt.

Ingrid

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